Vortrag, Lesung und Diskussion zum Thema: Das Elend der Verschickungskinder, mit Lesung aus dem Buch: Heimweh – Verschickungskinder erzählen

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24.03.2022
18:30 Uhr
Kostenbeitrag: 5,00 €
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Kursbeschreibung

Nach Schätzungen wurden in den Nachkriegsjahren bis in die 1990er Jahre 8 – 12 Millionen Kinder und Jugendliche als Maßnahme der Gesundheitshilfe zu sogenannten Kinderkuren geschickt. Meist waren es sechswöchige Aufenthalte in Heimen an der See oder in den Bergen.
In den Verschickungsheimen herrschte ein strenger, vereinzelt noch von der NS-Ideologie geprägter Umgang mit den Kindern, wie er unter anderem von Johanna Haarer in ihrem Buch „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ propagiert wurde. Es kam häufig zur Anwendung psychischer und körperlicher Gewalt. Zur Verschleierung der Umstände mussten viele Kinder vorgegebene Texte von einer Tafel auf Postkarten abschreiben, die dann den Eltern geschickt wurden und sie wurden unter Druck gesetzt, keine negativen Erlebnisse zu berichten.
Die Autorin Anja Röhl, selbst ein Verschickungskind, beschäftigt sich seit 2004 mit der Thematik der Verschickungskinder. Ihre beiden Bücher „Das Elend der Verschickungskinder“ und „Heimweh – Verschickungskinder erzählen“ sowie ihre ins Leben gerufenen Internet-Foren haben zur Enttabuisierung des Themas beigetragen.